Jachino Foto 2005 Doris von Au

Plakate

www.jachinocalliess.eu ,Ustica gewidmet

link-Austausch:  www.Agora-Gallery.com

 

geboren am 14.Mai 1931 in Neubrandenburg

1938 Schulbeginn

hieß Jochen Calliess als er in Mecklenburg und in Stettin aufwuchs, getauft aber

Joachim, Hans, Ludwig, Georg Calliess,weil der Pfarrer den Namen Jochen als nicht christlich verweigerte.

Der sizilianische Name Jachino enstand 1962 auf der Insel Ustica bei der ersten Ausstellung nach dem Studium und wird seitdem nicht nur als Signum benutzt.

Mit Ustica verbindet Jachino seitdem eine enge, herzliche Freundschaft, also 40 Jahre, für die im Juni 2002 eine Ausstellung auf Ustica geplant und vorbereitet  ist mit Herausgabe eines Buches und einer CD mit Bildern aus diesen 40 Jahren und dem Lebensweg des Malers. Reise, Buch und CD waren  fast fertig vorbereitet und geplant für den 1. März 2002, aber eine  schwere Erkrankung stellte nun  alles in Frage, es wurde auf 2003 verschoben.

1937 bis 1942 in Stettin, 1942 KLV Kinderlandverschickung Binz auf Rügen, 1942 bis 1945 im Internat der Baltenschule in Misdroy/Ostsee.

1945 Vertriebener in Württemberg. Hungerjahre. Mittlere Reife. Lehre als Maschinenschlosser, Aufzugmonteur, und als Versuchstechniker bei BOSCH,

1955 Heirat mit Margarete Jäger aus Ludwigsburg.

27.5.1956 Geburt und Tod  des einzigen Sohnes Jochen Calliess: endgültiger Entschluß, konsequent Maler zu werden.

1958 Aufnahme in die Staatliche Akademie der bildenden Künstler, Stuttgart, Malereistudium bei Prof. Manfred Henninger.

1961 1. Preis beim Jahresakademiewettbewerb, Thema Landschaft

1962 erste Studienreise nach Sizilien, erste Personal-Ausstellung:  Ustica. Hier entstand der Name für die Zukunft: Jachino

Sizilien wurde zur 2.Heimat, schon weil die Heimkehr nach Mecklenburg nicht möglich war, die ich erst 1990 wiedersehen konnte.Sosehr, daß der palermitaner Kunstkritiker Aldo Gerbino im Jahre 2000 schrieb: "....Jachino, der Sizilianer aus Deutschland"

1962 bis 2000 fast jährlich  Studienreisen nach Sizilien, daneben in Deutschland Broterwerb als Aufzugmonteur bis 1976 und bei BOSCH

1964 Ausstellung Spendhaus Reutlingen.

1964 erste Ausstellung in Palermo, bei S.F.Flaccovio

1967 Ausstellung Villa Strecchius, Landau/Pfalz

1969 Scheidung

1970 Heirat mit Hilderose Lämmle RLC, aus Vaihingen/Enz,

1971 Ausstellung Crailsheim, Ausstellung Mühlacker, Ausstellung Stuttgart

1972 Ausstellung Maulbronn

1973 Ausstellung Bauschlott, Ausstellung "il pennello", Palermo

1974 Ausstellung Württ. Kunstverein, Ausstellung Ludwigsburg

1975 erste Ausstellung in der Galerie La Persiana, Palermo bei Antonio Collisani.

1975 Ausstellung Karlsruhe

1976 Scheidung und ausgewandert nach Palermo, Beendigung aller Tätigkeiten außer der Malerei.

1976,77,78 Ausstellungen La Persiana

1977 bis 1980 wohnhaft in der Schillerstadt Marbach

1978 Ausstellung Kunstverein Ludwigsburg, Ausstellung Bauschlott

1980 bis 1989 wohnhaft in Täferrot bei Schwäbisch Gmünd

1981 Ausstellung im ital. Kulturinstitut Stuttgart, Galerie Schilling,Schorndorf zum 50.Geburtstag

1982 Ausstellungen Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und Schwäbisch Hall, Begegnung mit dm berühmten Dressseur Schweine-Hoppe, Jean-Paul Hoppe

1980 erste Begegnung mit der Welt des Circus: beim Circo Cittá di Roma in Reggio Calabria, erste Ausstellung mit Circusbildern bei der Galerie La Persiana in Palermo.

1980 bis 1994 Malerei in verschiedenen großen und kleinen Circussen. Circus wird  Hauptthema des Malers Jachino. 1987 bis 1994 Mitwirkung mit eigenen Pferden, als Clown und "Mitarbeiter" bei dem kleinen Familiencircus Aldoni(Gerhard Frank)dieser Circus bestand aus Vater Gerhard, Ehefrau Gisela, Sohn Raimon und Maler Jachino, dazu ca. 50 Tiere, dabei die beiden Pferde des Malers Leila und Chouchou, 1992-1994 das Maultier Chicita.

1982 Malerei bei Barum,(D) Knie(Schweizer Nationalcircus), Alberti-Montana. Ausstellungen Schwäbisch Hall, Galerie Schilling Schorndorf

1983 Ausstellung  Kunstwerkstatt Schwäbisch Gmünd, Renitenztheater Stuttgart

1983 Malerei Circus Giovanni Althoff, Bonanza, Knie(in Luzern) , Winterquartier Circus Barum

1985 Ausstellungen Volksbank Ludwigsburg, Rosdorf bei Itzehoe, Schwäbisch Gmünd;

1985: Malerei bei Roncalli (in Hannover), Franz. Nationalcircus Alexis Gruss( in Berlin), Alberti, Bonanza(erste Auftritte mit eigenen Pferden und als Clown zusammen mit Bernhard Sperlich)

1986 Ausstellung Aalen-Dewangen, Vernissage mit eigenem Circusprogramm , Kunsthöfle Stgt Bad Cannstatt.

1986  Malerei bei Bonanza, Knie, Alberti, Montana

1987  Mitarbeit mit meinen Pferden im Circus Aldoni, eigene Circus-Shows in Schule(Lorch) und Kindergarten (Schwäbisch Gmünd-Rehnenhof)

Auftritte als Nikolaus mit den Pferden Leila und Chouchou im "Circus Nikolaus" bei Möbel-Mutschler in Neu-Ulm Nov./Dez. (Circus Bonanza)

1988 Ausstellung Kunstverein Ellwangen, Mitarbeit und Malerei Circus Aldoni

1988/89 Palermo, Ustica. Mitarbeit, Malerei bei Montana, Alberti, Aldoni

1990 Künstlerfreizeit am Comer See

1990 Wiedersehen mit der Heimat Mecklenburg nach 47 Jahren

1990 Ausstellung Trittau (b. Hamburg) Ausstellung Vaihingen/Enz zusammen mit Hilderose Lämmle RLC , Alfred Lämmle, (ihrem1. Ehemann) und Hanspeter Stierle.

1991 große Restrospektive im "Prediger" Schwäbisch Gmünd.

1991 2. Wohnsitz und Atelier in Italien, in den Marchen(Adria):  I 63020 Magliano di Tenna(AP) .

1991 Ausstellungen: Kleine Galerie, Schwäbisch Gmünd,

" La Persiana" , Palermo, Magliano di Tenna, Fermo, Servigliano,

1992 Malerei, Mitarbeit bei Aldoni, Ausstellung Friedrichshafen/Bodensee, VHS-Malereikurs Friedrichhafen, Ausstellung Monte Giberto, Austellung "La Persiana " Palermo, Malerei auf Ustica.

1994 Ausstellung Galerie Ingrid Veith Ludwigsburg, Ausstellung Bad Wurzach,  Malerei und Mitarbeit bei  Aldoni

1995 im ital. Künstler-Katalog Mondadori

1998 Ausstellung in der Wendelinskapelle, Schillerstadt Marbach

1998 bis 2001 Buch "Circus", Buch "Skizzen 1945 - 1965", CD "Circus"

1999 Ausstellung Welzheim

2000 Ausstellung Galerie La Persiana,Palermo, Malerei im Ponyhof Lorch (gegründet von Lise Gast).

am 12. Mai 2001 wurde Jachino wegen seines Buches "Circus" bei Circus Aldoni vom Platz  verwiesen.

2002 Ausstellung Schwäbisch Gmünd

2003 Ausstellung Täferrot-Utzstetten (bei Schwäbisch-Gmünd)

2003 Ustica- Retrospective   41 Jahre

2005 Ausstellung Monsampietro Morico

Februar 2007 Wohnsitz Ustica ( Siehe  www.jachinocalliess.eu  )

2007 3.Ausstellung Ustica

2007 wohnhaft Ustica

2007 Ausstellung Albstadt-Tailfingen

2009 4. Austellung Ustica Faraglione

Kontaktadresse und Archiv in Deutschland: Wilhelm Daiber, Römerweg 68, D- 73642 Welzheim, Tel. 07182 495229

Betrachtungen des 72 Jahre alten Malers

So bin ich wohl ziemlich am Ende meiner Reise angelangt. Mehrere schwere Krankheiten und Operationen führten mich mehr als einmal an den äussersten Rand dieser Reise. Aber ich lebe ja immer noch.

Kommentar zu meiner Ausstellung im Spendhaus Reutlingen 1964, zusammen mit Fritz Krebs(CH):

"Kunst, die gegen den Strom schwimmt"

Das ist geblieben.

Diese Reise meines Lebens habe ich zum größten Teil aufgeschrieben, beginnend mit meinem 2. Geburtstag.

Als ich nach dem Studium meinem Meister Manfred Henninger meine neuen Bilder aus Ustica vorführte, gab Henninger mir einen denkwürdigen Rat:

"ich empfehle Ihnen, sich an Vincent van Gogh zu orientieren"

Was? Wie bitte? Immer wieder geisterten diese Worte durch mein Leben, ich las sämtliche Briefe Vincent van Gogh's an seinen Bruder.

Ich bedauerte zutiefst seinen allzufrühen Tod: wie schade, daß er nicht bis zu einem hohen Alter hat malen dürfen, auch in der Altersreife seines Lebens.

Nein, ich strebte an, selber ein hohes Alter zu erreichen und sah mich vor, Neigungen zu ähnlichen gesundheitsgefährlichen  Exzessen allzusehr nachzugeben.

Und das habe ich geschafft, ich bin nun 72 Jahre, habe bis vor 3 Jahren mein Leben lang unermüdlich gemalt, ohne mich um Mode- und Stil-Diktate zu kümmern.

Natürlich habe ich keinen "Erfolg", natürlich bin ich in der Kunstszene nicht existent. Und ich kann damit leben.

Ja, ich durchlebte auch Verzweifelungen wie Vincent van Gogh.

Ich betrachte ihn als den Jesus Christus der Malerei. Ich bin erschüttert und betrübt, wie man heute diesen Mann "an's Kreuz nagelt", mit seinem Lebenswerk Schindluder treibt, an ihm dicke Geld verdient, das allein ihm zugestanden hätte. Seine Bilder sind sein Vermächtnis an uns Alle, sie dürfen nicht "Handelsobjekte" sein, sondern uns Allen zugänglich als Maßstab.

So ist mir die Lust am Verkaufen vergangen. Diese Homepage dient nicht dem Verkauf, sondern allein der Dokumentation meines Lebenswerkes. Wer bisher nichts gekauft hat, ist selber schuld. Was jetzt doch noch verkauft werden sollte, dient allein meiner Arbeit: den Schlußstrich zu ziehen.

Ich möchte noch eines meiner großen Vorbilder als Maler und Mensch nennen:

Fritz Wedel

Im Jahre 1963 gab er mir auf den Weg: "Man muss den Mut haben, sich lächerlich zu machen"

Und daran habe ich mich wacker gehalten!

Heute ist Fritz Wedel wie viele andere sehr gute Maler vergessen. Er lebte auf der Schwäbischen Alb, in Burgfelden zusammen mit der Malerin Edith Wedel-Kückenthal.

1961 gelang mir eine Zeichnung von Fritz, als wir unterwegs waren, im Auto. Wenn ich später Probleme hatte oder Erschwernisse , so bei der schier unendlichen Bahnfahrt nach Palermo 1962, dachte ich an ihn, daß er statt bequem mit der Eisenfahrt bis nach Napoli zu Fuß gewandert war als junger Künstler, wie viele deutsche Künstler früher: Ludwig Richter (1803-1885) in seinem Buch "Lebenserinnerungen eines deutschen Malers " beschreibt er seine 3 Reisen zu Fuß von Dresden nach Rom.

Jetzt bin ich inzwischen 77 Jahre alt.

Ich habe die Insel Ustica als mein Schicksal entdeckt und  wohne hier seit Februar 2007. Eine einsame Insel, besonders im "Winter" der Zeit außerhalb Juli/August, der Tourismuszeit.

Es gibt viel zum Nachdenken Angekommen im September 2006 begann eine unerwartete, sehr produktive Schaffensperiode, die ich dokumentiert habe in einer neuen Homepage, Ustica gewidmet, www.jachinocalliess.eu.

Also neuer Mut, neue Begeisterung: ich war wieder "jung" und dann wieder die kalte Dusche. Meine Freiluft-Ausstellung im Juli/August 2007 in Ustica war schön, aber sie wurde fast völlig ignoriert.

Jetzt habe ich die alte homepage jachinocalliess.com löschen lassen und völlig neu begonnen. Besonders das Thema Circus wird nun  neu und informativ gestaltet. Das alte "Fotoalbum" fällt weg, es taugte nichts. Immerhin bestimmte der Circus 20 Jahre meines Lebens.

Es meldete sich die Nichte von Fritz Wedel und sie besuchte mich. Sie hatte den Namen ihres Großvaters im Internet gefunden, hier auf dieser Seite! Im alten Malerhaus in Burgfelden will sie eine Begegnungsstätte zur Erinnerung an den großen Maler Fritz Wedel und seine Ehefrau, die Malerin Edith Wedel-Kückenthal gründen. Auf Einladung von Evi Wedel flog ich nach Deutschland zur Vernissage der Ausstellung in Tailfingen, organisiert von Evi Wedel und Ina Maier. Ich durfte logieren im Haus meines alten Freundes Fritz Wedel, es war eine Reise in die Vergangenheit einer für mein Malerleben bedeutsamen Begegnung.

 

Jachino ad Ustica 2009