Circus Bonanza
Ich sah den kleinen Circus im Herbst 1982 bei einer Vorführung im Freien ohne Zelt engagiert von einer Reifengroßhandlung in Schwäbisch Gmünd, also in der Nähe meines Wohnortes Täferrot. Ich hatte schon von diesem Circus gehört, er war besonders beliebt im Raum Stuttgart. Mir gefiel die kurze Vorstellung , ich suchte das Gespräch mit dem sympathischen Chef und Clown Bernhard Sperlich.Ich besuchte darauf den Circus an seinem damaligen Standplatz in Neuffen und sah nun sein vollständiges Programm. Ich war begeistert und besuchte die Vorstellungen, um zu malen. Wir wurden Freunde, ich wurde eingeladen zum kaffee und zum Essen. Als ich 1982 in Schorndorf bei der Galerie Schilling ausstellte, bat ich Bernhard Sperlich, bei meiner Vernissage als Clown aufzutreten. Es war ein großer Erfolg, Bernhard Sperlich zeigte sich als spontaner Improvisations-Künstler, musikalisch begleitet von 2 bekannten Musikern aus der Jazzszene der Manufaktur Schorndorf, die selber den Circus Bonanza regelmäßíg engagierte. Im Winterquartier des Circus in einer Brauerei in Stgt-Vaihingen malte ich dem Circus einen neuen Sattelgang mit 2 Eingängen. Im März 1983 bat ich Bernhard zu meiner Ausstellungsvernissage in der Kunstwerkstatt Schwäbisch Gmünd, ich begleitete Bernhard auf meiner Zieharmonika, wir improvisierten und hatten stürmischen Erfolg. Desgleichen 1983 im Renitenztheater Stuiitgart und 1984 im Makalcity-Theater Stuttgart.
1983 war Bonanza engagiert in Neu-Um von Möbel-Mutschler. Ich
fuhr hin und malte eifrig. Auch 1984. Ich portraitierte den Clown Bernhard
während seiner Auftritte. Als Bonanza in Geislingen/Steige gastierte, schenkte
ich ihm zum Geburtstag ein Siebdruckplakat in der Auflage von 80 Exemplaren. Der
Circus Bonanza rief mich nach Esslingen wo er auf dem Platz an der Burg spielte.Dort
fand gleichzeitig ein Openair Konzert statt. Meine Aufgabe war: als Clown vor
dem Circuseingang mit der Concertina spielen und die Kinder der Openair Besucher
in den Circus zu locken. Das gelang und dann in der Vorstellung trat ich
zusammen mit Bernhard auf. Wir führten meine Steckenpferde mit Kindern aus dem
Publikum vor.Das war mein erster Auftritt als Circusclown. Als Bonanaza in
Geislingen/Steige spielte, überreichte ich Bernhard Sperlich zum Geburtstag ein
Siebdruckplakat :
Auch 1985 spielte Bonanza im Sommer in Neu-Ulm für Möbel-Mutschler. Bernhard bat mich zu kommen, um mit ihm zusammen aufzutreten, wir waren ein prima Clownspaar geworden, wir brachten uns nur anzusehen und schon gab es eine neue Pointe. Mit den Steckenpferden, mit Geige und Quetschkomode, mit Hunden und Kindern. Aber ich konnte nicht, ich hatte nun 2 Pferde. „Ooch, bringste mit, Platz ist genug im Stallzelt". Nun begann ich ernsthaft mit meinen Pferden zu arbeiten. Generalprobe im Kindergarten.Dann zu Circus Bonanza nach Neu-Ulm mit den Pferden. Es war eine große Herausforderung und gleich beim ersten Auftritt donnerte ein Wolkenbruch aufs Circuszelt, ich verlor die Nerven und die Pferde blamierten mich kläglich. „Nee, dat wird nischt, nie im Leben", Proben in jeder freien Minute, endlich klappte es, aber nun blieb meine Camarquestute prompt in der Mitte vor der Ehrenloge stehen und äppelte. Rosel Sperlich, die Circuschefin war wutentbrannt und das Publikum bog sich vor Lachen. Also vor jeder Vorstellung longierte ich nun mein Roß, damit es äppelte vor der Vorstellung. Aber an der allerletzten Vorstellung vor dem Chef vom Möbelmutschler und vor meinen herbeigereisten Freunden beschenkten mich meine Pferde, endlich tanzten sie den Walzer, eine ganze Runde lang perfekt, den ich in den Proben immer wieder versucht hatte. Das war der Karrierebeginn meiner Pferde in der Circusmanege.
Ende November 1987 rief mich Bonanza wieder, sie hatten erfahren, dass ich seit Jahen für den Kindergarten den Nikolaus spielte.Nun sollte Bonanza als Circus Nikolaus für Möbel-Mutschler spielen. Als Hauptdarsteller hatte ich freie Hand. 6 Wochen lang, täglich 3 Vorstellungen, bei klirender Kälte minus 15°C.,mit meinen Pferden, mit Concertina und singender Säge. Im roten Nikolausmantel, ein Bäumchen in der Hand auf weißem Pferd, so erschien ich zum Auftakt in der Manege.
Aber zum Schluß gab es fast kein Geld, die Waschmaschine war kaputt, und auch keine Fotos oder gar Filmaufnahmen. Das ließ mich nicht los. Als erste Arbeit im Computer 1993 ein mousegezeichnetes illustriertes Heft und
später eine Animation auf CD
:
15.-€, zu bestellen per e-mail,