Circus Montana

1983

Nun war Montana allein im Winterquartier in Gomaringen. Ich besuchte den Circus mehrmals. Ich machte ein Siebdruckplakat, das aber nicht akzeptiert wurde, weiles nicht lachte. Ich kaufte das kleine Fohlen für 700.-DM, die Tochter vom Rex, bei dessen Geburt ich im September 1982 am Kaiserstuhl dabei war und es dann jeden Tag beschte. Wir holten es mit einem geliehenen Bully(VW-Bus). Ein bildschönes Pferdchen, der Kreistierarzt war begeistert. Ein Araber in Miniatur, winzige Hufe, tolle Gänge, mit der typisce Arabernase. Gegix gab mir den Rat:bwege es viel, dann kannst du auch mehr Hafer geben und es wächst besser.

5 km vor Täferrot, wo wir wohnten, ging der VW-Bus kaput und wir mussten laufen. Es begann zu schneien, Wir deckten unser Schatz mit unseren Jacken zu, aber in Täferrot schien die Sonne, laut wiehernd begrüßten sich die beiden Pferde, sie waren nu unzertrennlich,standen zusammen in einer Box und auch beim Ausreiten kam das kleine Pferdchen „Leila" mit. Zunächst am Handzügel bis wir im Wald waren. Dann aber stöberte der Winzling in de Gegend herum, kam aber sofort auf Zuruf wieder, weil es ja was zu acen gab-

Bewegung: auf den Rat von Fredy Knie sen.baute ich hinter dem Stall eine Rundbahn. Daließ ich das Pferdchen laufen und trieb es mit Zuruf und Peitschenknall an.Zunächst an der Longe, bald frei. Ich war erstaunt über die Gelehrsamkeit, das kelien Circuspferd war offensichtlich schon dressiert zur Welt gekommen. Bald lief es auf Zuruf in allen Gängen: Schrit, Trab und Galopp. Es sprang willig über Hindernisse und trabte über Cavalletti, wie ich es in den Proben bei Knie gesehen hatte. Dann halt, ich ging zu ihm in, streichelte es, gab ihm ein paar Leckerli Hafer, nahm den Kopf und drehte das Pferdchen herum, „Leila, Pirouette"sagte ich, dreimal und dann weiter, eine Runde im Tab, „Leila ! Pirouette!" und tatsächlich machte es eine perfekte Pirouette! Ohne jedes Zwangmittel. Ohne mit der Loge eingewickelt zu sein, wie es üblich ist bei den Circusleuten, deren Trickgeheimnise ich nun nicht brauchte. Dann holte ich auch das andere Pferd, meine Camarguestute Chouchou in die Rundbahn. So lernte ein Pferd vom andern. Bewegen: entweder ritten wir aus in den nahen Wald oder wir übten in der Rundbahn. Das begann also im März 1983.

Ich wurde 1985 von Bonanza gerufen nach Neu-Ulm, ich nahm die Pferde mit, nach einer Generalprobe im Kindergarten und führte sie berets im Jul/August dort im Circuszelt vor. 1986 war die Kür fertig. Ich führte die Pferde vor als Vernissage meiner Circusbilder-Ausstellung in Aalen-Dewangen.

Immer wieder besuchte ich nun den Circus Montana, um zu malen. Besonders die Einzeldressur von „Rex" dem Vater meiner kleinen Leila hatte es mir angetan. Ich wurde immer sehr herzlich aufgenommen, eingeladen zum Essen und zum Kaffee. Ich bekam eine Kontaktadresse, wo ich den Standort des Circus erfahren konnte und scheute keine noch so große Entfenung. Denn damals gab es noch kein Mobiltelefon oder Handy.

1988 steckte ich in einer Krise, ich hatte fast Alles verloren, auch meine Pferde. Circus Montana stand in Kirchheim/Teck., zusammen mit Circus Luna (des Brudes) Ich besuchte ihn, brachte meinen Wohnwagen mit. Große Aufregung: der Mannschaftswagen war abgebrannt, die Arbeiter wie ein Wunder mit dem Leben davongekommen. Ich half dem tüchtigen Mitarbeiter, den Wagen zu reparieren. Dann fuhr ich mit Montana nach Margröningen, wo Circus Alberti stand. Ich reiste mit. Böblingen, Calw-Hirsau, Gaggenau, Rastatt bis ins Winterquartier in Freiburg-Mundenhof. Ich fuhr nach Sizilien und ließ meinen Wohnwagen im Winterqartier, ich sollte im Frühjahr als Clown auftreten. Pünktlich war ich zur Stelle. Ich reiste mit: Memmingen, Lörrach, Säckigen,Waldshut, Vilingen-Schwennngen, Radolfzell. Dort verließich den Circus auf Nimmerwiedersehen. Ma atte mich mehr und mehr als Arbeiter behandelt und besnders der Chef von Alberti schkanierte mich. Vorbei waren die Zeiten der Freundschaft. Denn: haste nix, biste nix.