Kommen 6 Freunde zusammen, können sie einen Verein gründen. Es gibt abertausende Vereine in Deutschland in allen Schattierungen und Varianten. Gesangsvereine in jedem Dorf. Kaninchenzuchtvereine, Turnvereine, und so auch den „Verein der Circusfreunde e.V". Als echter Circusfreund bin ich beigetreten und wurde wieder ausgeschlossen. Der Verein hat überall seine Sektionen mit Präsident, Vorstand, Kassier und Allem was dazugehört. Der Verein hat eine eigene Zeitung,die nur ein Vereinsmitglied beziehen kann.
Diese Zeitung informiert über das Circusgeschehen. Hier können Vereinsmitglieder sich austoben als selbsternannte Journalisten und Circuskritiker. Die Vereinsmitglieder wollen umsonst in den Circus, der mag das aber nicht sehr. Vereinsmitglieder basteln gern, z.B. einen Circus in Spielzeugformat, da machen sie Ausstellungen mit gesammelten Billetten, Fotos, Plakaten, Spielzeugcircussen(Märklin ist besser). Da spricht ein Vorsitzender und kommt ein Hobbyartist, Clown z.B. Und alle sind glücklich und klatschen donnernden Applaus. Die Mitglieder des Vereins der Circusfreunde halten sich für absolut kompetent in Sachen Circus und verstehen doch nichts. Da kommt der ehemalige Präsident der Sektion Stuttgart und tätschelt der schönen Circuschefin auf den Arsch. Selbst erlebt 1999 in Schwäbisch Gmünd beim Circus Giovanni Althoff.
Ich hatte bald die Schnauze voll von diesem Verein, der nur sich selbst bedient und dem Circus mehr schadet als nützt.
In meinem Buch schrieb ich:
Das sind die Leute, die über den Circus im Allgemeinen und über alle Circusse im Einzelnen Alles wissen, Alles besser wissen und sowieso Alles besser können. Ohne sie gibt es keinen Circus und der Circus ist nur für sie da. Sie basteln Circus Sarrasani und Circus Barum in Miniatur wie kleine Kinder, sammeln und handeln Fotos und Plakate wie Briefmarkensammler und wollen vor allem umsonst in den Circus.
Aber daß der Circus von den zahlenden Besuchern lebt, das ignorieren sie.
Wie ein Schwarm Heuschrecken überfallen sie den Circus, wenn sie wie die Sektion Stuttgart 1985 extra nach Berlin zum französischen Nationalcircus Alexis Gruss reisen.
Ich malte gerade während der Proben. Da wurde ich aprupt unterbrochen. "Grüeß Gottle, Herr Busch! Gestatten, Thiergart, i be dr Präsident vodr Sektion Stuaget " dröhnte es mir schwäbisch ins Ohr und mein Bild war "he" kaput, finito. "Tut mir leid, ich bin nicht der Herr Busch!" Waas? nit?" und weg war er. Sie stürmten .
weiter. "Jetzt wollet mer zu de Viechle, ins Stallzelt"Aber Circus Gruss läßt kein Publikum ins Stallzelt zu seinen Tieren, prinzipiell. Pech gehabt. Gott sei Dank .
Und der Herr Wilhelm Busch der Circusfreunde? Nein, er hat nichts vom großen Wilhelm Busch. Ich kenne seine Bücher und seine Circuszeichnungen. Die Bücher sind gut zu lesen, sind ehrlich. Die Zeichnungen sind gefällige Grafik ohne echten Einsatz. Aber er war der Künstler der Circuszeitung. Diese Zeitung kann man nur als Mitglied erhalten, sie ist sonst nirgends erhältlich. Ich wurde Mitglied, aber bot der Reaktion an, statt Mitgliedsbeitrag kostenlos meine Circusbilder zur Verfügung zu stellen, als Nachfolger des soeben gestorbenen Wilhelm Busch. Ein sehr großzügiges und logisches Angebot. Sie schmissen mich raus.
Wenn diese falschen Freunde wüssten, wie sehr sie in Wirklichkeit vom Circus belächelt, missachtet, oft gar gehasst sind, würde ihr Traum zerbrechen.
Vor ein paar Tagen sah ich eine deutsche Fernsehsendung über Circus. Da war ein Circusdirektor in voller Livreè. Und da waren die Mitglieder der Gesellschaft der Circusfreunde.
Mich packte die Wut, als ich diesen Kerl von der GCD hörte, der da so groß prahlte als kompetenter Circusinsider. "Wir haben die Erlaubnis eingeholt, uns ein Auto mit Campingwohnwagen gekauft und sind wochenlang mit dem Circus mitgereist" verkündete er stolz.
Und?
Ich sprach mit Renato Riva darüber. Auch hier in Italien gibt es sowas, aber der Rivels Circus ist aus jener Gesellschaft längst wieder ausgetreten.
Da kommen sie zum Circus als Gastartist für einen Auftritt und verschwinden wieder, ohne mitgeholfen zu haben. Sektionspräsident Thiergart machte die Ansage bei Bonanza, der Sparkassenfilialleiter aus Neu-Ulm auch.
Schrecklich war’s. Unsäglich peinlich.
Da helfen sie als Rentner für 1 Woche im Büro des Großcircus, der ihre Hilfe gar nicht braucht.
Da hat sogar jemand mal eine Schubkarre angefasst!
Und dann meinen sie, sie wären dabei gewesen. Beim Clubabend ihrer Sektion beim Saufen prahlen sie dann davon und dann schreiben sie ihren Artikel für die GCD Circuszeitung, in welchem sie ihren eigenen dilettantischen Auftritt als Höchstleistung herausheben, und erdreisten sich, ein Urteil abzugeben.
Einige von ihnen erlebte ich selber -