Vorurteil
Heute, am 17.Jubi 2009 hatte ich eine Diskussion mit einem netten klugen jungen Mann. Aber ich war verärgert über die unglaubliche Fixierung seines Hirns
"Circus? Tiermißhandlung!"
Meine Antwort:
Nein!Vielleicht ab und zu, aber nicht überall
Dieses Vorurteil ist dermaßen festgelegt in den Köpfen, von Ignoranten eingebleut..
Ich habe die Circuswelt 20Jahre lang studiert, ich selbst stand in der Circusmanege mit meinen Pferden und meinem Maultier
Ich entdeckte: wo Tiere in der Manege gut arbeiten, werden sie gut behandelt!!!
Doch
"Mißhandlung der Arbeiter im Circus"Meine Antwort:
Ja!In fast allen Circussen werden die Arbeiter schlecht behandelt, als Sklaven, Knechte oder "Rakli".
Sie werden schlechter behandelt und angesehen als die Tiere. Man nennt sie Knechte, Raklo(Deutschland) oder galuppo (Italien)
Einen Circus den ich verdächtigte, die Tiere schlecht zu behandeln, habe ich nicht besucht, um zu zeichnen oder zu malen. Dort, wo ich malte und zeichnete, habe ich mir zuvor den Circus gründlich angeschaut. Mehrere Vorstellungen , dann ein Tage überall im Circus, im Stallzelt: wie sind die Tiere untergebracht, sind sie angebunden oder haben sie eine Laufbox, herrscht Frieden im Stallzelt? oder gibt es Geschrei oder gar Schläge, Fußtritte, Flüche beim Putzen, kehren .füttern und tränken. Ich half, um informiert zu sein.
Um Alles ganz genau zu wissen, fuhr ich im Winter 1983 500km zum Winterquartier des Circus Siemoneit-Barum und blieb einen ganzen Monat. Ich schlief und aß zusammen mit den Circusarbeitern in ihrer dürftigen Behausung im alten Holzwagen, wo Wind und Kälte durch die Ritzen drang, Heizung mit einem uralten Kanonenofen mit Abfallholz, dort wurde auch das armselige Mahl gekocht. Dies armen Kerls waren aber noch privilegiert: sie wurden nicht entlassen, über Winter zum Sozialamt geschickt. Es war das krasse Gegenteil dessen, was im Fernsehen immer wieder stolz "gezeigt" wurde.
Aber die Tiere dieses Circus lebten in festgemauerten Gebäuden wie im Paradies im Verhältnis zu den Arbeitern. Ich fehlte an keiner Probe mit den Tieren: Raubtiere, Pferde, Kamele und Elefanten und sogar ein Flußpferd.
Elefant:
Der größte Stolz eines Circus. Auch das habe ich beobachtet. Im kleinen Circus Alberti ist ein riesiger Elefant, sein Dresseur ist mit dem Tier seit seiner Kindheit verwachsen. Ein paar leise, freundliche Worte und statt Elefantenhaken oder Peitsche ein Wink mit dem Daumen genügen und der Elefant folgt und gehorcht freudig und präzise. Sobald es im Wintrquartier Gelegenheit gibt, reitet Stefan stundenlang auf seinem Elefanten durch Wald und Wiesen, um ihm genügend Bewegung und Anregung in frischer Luft zu verschaffen..
Aber ich sah auch in einem anderen großen und berühmten Circus das fast unsichtbare Stöckchen, das mit elektrischen Stromstößen den Elefanten quälte, der gehorchte nicht mit Freude und folgte nur ungern und nachlässig. In der Vorstellung erging sich der Herr Elefantenmeister in wüstem Kommando-Geschrei, vom Orchester mühsam gemildert.
Wo Tiere eine gute Vorstellung geben, werden sie gut behandelt mit Freundschaft und Klugheit. Ohne Schläge mit der Peitsche , wie es das Vorurteil behauptet. Die Peitsche wird benützt um Aufmerksamkeit und Signal zu geben. Wer mit der Peitsche schlägt und brüllt, ist ein Dummkopf und riskiert, daß sein Tier rebelliert, ihn angreift, beißt, schlägt oder gar umbringt. Die gut behandelten Tiere hören aufmerksam auf die Stimme des Freundes, für den sie einfach Alles tun, belohnt mit Streicheln, etwas Zucker oder Hafer
Der gute Dresseur studiert Charakter und Natur seines tierischen Freundes von dessen Geburt an, seine Vorlieben sein natürliches Verhalten, um auf dieser Basis die Dressur zu aufzubauen.
Meine Camarguestute, ein original Wildpferd, genoss den Applaus so sehr, dass sie sich weigerte, die Manege zu verlassen, ich mußte aufsitzen und sie hinaus reiten
Ein sehr dummer Dresseur dressierte eine Gruppe Esel, damit sie Übungen machten wie Pferde. Das sah lustig aus und gefiel dem Publikum. Aber zwei Jahre später trotteten die Esel voller Langweile durch die Manege, das war nicht mehr schön. Gesehen im Circo Takimiri, der in den Marchen(it) recht bekannt ist. Obwohl er oft in meine Nähe kam, steht er nicht auf der Liste der Circusse, bei denen ich gemalt oder gezeichnet habe.